Italienische Designer Sideboards: die Marken, die man kennen sollte, und ihr Leitmodell

Jahrelang war das Sideboard das Arbeitstier im Wohnzimmer, zuständig für Teller und Tischdecken. Heute ist es oft das Möbel, das dem Raum Charakter gibt, und italienische Marken entwerfen es wie eine kleine Architektur.

Italienische Designer Sideboards erkennt man an der Front: Rillen, Gravuren, Glas, Leder oder Metall machen aus einem Stauraummöbel ein Objekt, das man ansieht, bevor man es öffnet. Wir haben zwölf Marken aus dem Katalog von Arredare Moderno ausgewählt und zu jeder das Sideboard, das ihren Stil am besten zeigt, mit Materialien und Maßen, die bei der Wahl helfen.

Auf einen Blick

  • Die skulpturalsten Modelle: Bonaldo Dorian, Moroso Rows und Capo d’Opera Quadro.
  • Für ein reduziertes Wohnzimmer: MDF Italia Minima 3.0 und Gervasoni Daen.
  • Glas und Spiegel im Mittelpunkt: Fiam Echo und Tonelli Design Shoji.
  • Übliche Maße: 40 bis 50 cm tief, 70 bis 80 cm hoch, von etwa 130 bis über 200 cm breit.
  • Vor dem Modell klären: Öffnung (Drehtür, Schiebetür, Push) und Stand (auf dem Boden, auf Füßen oder wandhängend).

Was macht ein Sideboard zum Designerstück?

Das italienische Wort für Sideboard, madia, bezeichnete ursprünglich den Backtrog, die Küchentruhe, in der Brot geknetet und aufbewahrt wurde. Heute ist ein Sideboard ein niedriges, langes Stauraummöbel für den Wohnbereich mit Türen und manchmal Schubladen, für Wohnzimmer, Esszimmer oder Flur. Zum Designerstück wird es, wenn der Entwurf über die Funktion hinausgeht: eine unverwechselbare Front, sorgfältig gewählte Materialien, eine besondere Art, auf dem Boden zu stehen.

Italienische Marken für Designer Sideboards, die man kennen sollte

Bonaldo

Dorian, entworfen von Spazioameno, ist eine Hommage an die klassische Architektur: Tiefe senkrechte Kanneluren bringen Bewegung in die Front. Die Version mit Kufenfüßen wirkt leichter; erhältlich in 138 und 208 cm Breite, in mattem Lack Weiß, Bronze oder Blei.

Moroso

Rows von Patricia Urquiola spielt mit horizontalen Linien und architektonischer Symmetrie. Die geschwungenen Einkerbungen im Holz sind von den Stillleben des puristischen Malers Amédée Ozenfant inspiriert: Die gefrästen MDF-Platten sind mit Eiche furniert, die Maserung läuft bis in die Rillen hinein.

Sideboard Rows von Moroso, entworfen von Patricia Urquiola
Das Sideboard Rows von Moroso, Design Patricia Urquiola. Bild mit freundlicher Genehmigung von Moroso.

Cattelan Italia

Tiffany ist ein elegantes Sideboard für das Wohnzimmer: Türen mit gestepptem Leder oder Kunstleder, Profile aus titanfarbenem Aluminium, teilweise verspiegeltes Inneres und Böden aus Rauchglas, auf Wunsch mit LED-Innenbeleuchtung.

MDF Italia

Minima 3.0 ist ein System: ein Gestell aus stranggepresstem Aluminium, eine Ablage aus Kunststein oder Holz und Elemente mit Klappe oder Schubladen. In neun Größen erhältlich und auch frei im Raum einsetzbar.

Gervasoni

Daen steht auf elliptischen Füßen, die durch Stahlstreben in der Farbe der Griffe verbunden sind. Die Türen sind mit einem wasserabweisenden, waschbaren Stoff bezogen, die Platte ist aus Feinsteinzeug oder rückseitig lackiertem Glas.

Capo d’Opera

Quadro, entworfen von Alessio Bassan, hat eine Schachbrettfront aus Quadraten auf zwei Tiefenebenen. Jedes Modul lässt sich mit eigenen Oberflächen gestalten, wandhängend oder stehend: eher ein Wandkunstwerk als ein Sideboard.

Alivar

Bristol kombiniert Türen aus kanneliertem Nussbaum, Seiten und Griffe aus Aluminium in Titan oder Bronze, Push-Öffnung und eine Platte aus Marmor oder Keramik. Es passt in klassische ebenso wie in moderne Räume.

Potocco

Sen ist von japanischen Reispapiertüren inspiriert: Gestell und Gitter aus Esche, Türen aus Klarglas oder bronziertem Glas. Leicht und raffiniert, ideal für Flur oder Wohnzimmer mit fernöstlichem Flair.

Fiam

Echo von Marcel Wanders Studio hat Türen aus 6 mm Einscheibensicherheitsglas, geschmolzen oder glatt, auf einem Korpus aus lackiertem Holz in Weiß, Vulkangrau oder Greige metallic. Maße: 134 oder 199 cm breit, 47 cm tief, 74 cm hoch.

Tonelli Design

Shoji besteht fast ganz aus Glas: Korpus aus Rauchglas, verspiegelte Schiebetüren, feste Basis oder Rollen. Platte, Türen und Rückwand gibt es auch aus Keramik in Marmoroptik.

Cantori

Mirto verbindet lasergeschnittenes, gebogenes Metall von 2,5 mm, eine Basis aus massivem gebogenem Eisen und eine Platte aus bronzefarbenem Rauchspiegel. Die Schweißnähte sind von Hand geschliffen, die Oberflächen reichen von Perlmutt bis Bronze patiniert.

Colico

Stilt steht auf einem Gestell aus Rundstahl und hat Lamellentüren aus MDF in Pastelltönen, von Rosa bis Senfgelb. Das verspielteste Modell der Auswahl, ideal für alle, die Farbe wollen, ohne auf klare Linien zu verzichten.

Sideboard Quadro von Capo d'Opera mit Schachbrettfront
Das Sideboard Quadro von Capo d’Opera, Design Alessio Bassan. Bild mit freundlicher Genehmigung von Capo d’Opera.

Welche Maße sollte ein Sideboard haben?

Die meisten Sideboards sind 40 bis 50 cm tief und 70 bis 80 cm hoch; niedrige Versionen kommen auf rund 55 cm, etwa das Lea H55 von Midj. Die Breite reicht von etwa 130 cm bei zwei Türen bis über 200 cm bei drei oder vier Türen. Eine praktische Regel: Das Sideboard sollte kürzer sein als das Sofa oder der Tisch davor, damit es diese optisch nicht erdrückt. Steht es hinter dem Sofa, gelten andere Maße, die wir im Ratgeber zum Sideboard hinter dem Sofa erklären.

So wählen Sie das richtige Sideboard

Drei Entscheidungen kommen vor dem Stil. Die Öffnung: Drehtüren sind am praktischsten, Schiebetüren helfen bei wenig Platz vor dem Möbel, Push-Öffnung macht Griffe überflüssig und die Front ruhig. Der Stand: Auf Füßen wirkt es leichter und man kann darunter putzen, auf dem Boden ist es stabiler, wandhängend gibt es den Boden frei und lässt den Raum luftiger wirken. Die Platte: Marmor und Keramik sind hitze- und kratzfest, Holz ist wärmer, aber empfindlicher.

Den Stil des Sideboards sollte man zusammen mit dem übrigen Wohnbereich betrachten. Für die Abstimmung mit dem Tisch hilft unser Ratgeber zu den besten Marken für Designertische. Für eine größere Lösung mit TV und Regalen lohnen sich moderne Wohnwände. Weitere Ideen finden Sie in unseren Artikeln über moderne Sideboards fürs Wohnzimmer und über das Sideboard als Hauptdarsteller im Wohnzimmer; einen Überblick über die Marken gibt unser Ranking der beliebtesten modernen Möbelmarken.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Sideboard und Anrichte?

Im Alltag werden die Begriffe fast gleich verwendet. Sideboard meint meist das niedrige, lange Möbel im Wohnzimmer, Anrichte eher das Möbel im Esszimmer, manchmal höher oder mit Aufsatz.

Wie tief sollte ein Sideboard sein?

Bei den meisten Modellen zwischen 40 und 50 cm. Unter 40 cm passen große Teller kaum hinein, über 50 cm wird das Sideboard im Durchgang hinderlich.

Hängend oder stehend?

Ein hängendes Sideboard wirkt leichter und gibt den Boden frei, braucht aber eine tragfähige Wand. Ein stehendes Modell lässt sich leichter umstellen und trägt mehr Gewicht auf der Platte.

Wo steht das Sideboard im Wohnzimmer am besten?

Unter dem Fernseher, an der Wand gegenüber dem Sofa, hinter dem Sofa, wenn Platz ist, oder im Essbereich als Ablage in Tischnähe.

Mehr zur Geschichte dieses Möbels lesen Sie im Artikel Anrichte auf Wikipedia.

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